Reifenfreigaben der Hersteller ab 2020 nicht mehr ausreichend. Prüforganisationen setzen sich durch!

Bisher reichte es aus, vom Reifenhersteller eine gültige Freigabe für das jeweilige Motorradmodell zu besitzen, um andere Reifengrößen zu fahren, als die in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen. Laut einer neuen Regelung des Bundesverkehrsministeriums sollen jedoch in Zukunft diese Neubereifungen nicht mehr zulässig sein, falls sie nicht von einer Prüforganisation wie TÜV, Dekra oder GTÜ begutachtet wurden. Nur so wäre ein Erlöschen der Betriebserlaubnis zu verhindern. Die Regelung gilt für alle Reifen ab Herstellungsdatum 2020 und ab dem Jahr 2025 für alle Reifen.

Hier steht die Frage im Raum, wie eine Püforganisation wie z.B. der TÜV dies prüfen möchte? Die Praxis zeigt, dass Prüforgansiationen eigentlich nur eine kleine Runde innerhalb des Betriebsgeländes fahren um einen Reifen zu beurteilen?! Die Reifenhersteller prüfen solche Dinge mit professionellen Fahrern auf der Rennstrecke unter verschiedensten Einsatzbedingungen. Die Reifen werden nach der Testfahrt analysiert und später wieder optimiert. Das Prozedere dauert so lange, bis der neue Reifen allen Anforderungen entspricht und freigegeben wird. Eine solche Freigabe dauert mehrere Monate. Daher ist die Sinnhaftigkeit, dass eine Prüforganisation eine Reifenfreigabe an der Prüfstation Vor-Ort erteilt, äußerst strittig. Geht es hier nur um das Geschäft? Darüber wird auch die nächsten Jahre noch heiß diskutiert werden.